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Unverkäuflich

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Im Dutzend billiger

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Vorsicht: Beste Absichten!

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Nerd's

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Expertensprache

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Wenn einer meiner Kunden einen halblaut formulierten Gedanken der Art „ ... Eigentlich bräuchten wir dafür eine Software. Die müsste ... können und dabei gleichzeitig ... integrieren. Genial wäre, wenn sie dann noch ... automatisch auswirft ...“ äußert, sehe ich vor meinem geistigen Auge meist sofort, ob eine Mini-App ausreicht oder sich ein "Riese" dahinter versteckt. Sehe ich vor meinem geistigen Auge einen "Riesen", gehen meine Warnlampen an.

Ich muss zugeben, dass mich die konkrete Anforderung dann zunächst nicht besonders interessiert, denn alles Repetitive lässt sich grundsätzlich programmieren.

Vielmehr interessiert mich, wie ich den Kunden vor den Folgekosten einer uferlosen oder zu kurz gesprungenen, einer zu starren oder zu toleranten und einer konzeptionell unreifen oder unergonomischen Lösung bewahre.

Beispielsweise scheint mir kaum ein Tecki Datawarehouselösungen in Frage zu stellen; für mich aber ist ein datawarehouse die Kompensationslösung entweder für mangelhaftes Anforderungsmanagement der Quellsysteme oder mangelhafte Definition oder Pflege des Unternehmensglossars oder der Geschäftsobjekte, mit der Folge, doppelt so viele Schnittstellen wie nötig programmieren und ein zusätzliches System betreiben, pflegen und bezahlen zu müssen. Die Fähigkeit zum Verzicht auf eine datawarehouse entsteht aber nicht durch Technik sondern durch Organisation.

Gute Softwareentwicklung besteht für mich in nahezu allen Bereichen hauptsächlich im Verzicht. Aber selbst bei noch so schlanken Lösungen spielen mehr als zwei Dutzend Kriterien eine wichtige Rolle, wie z.B. Interoperabilität, Fehlertoleranz, Effizienz, Wiederherstellbarkeit, Bedienbarkeit, Sicherheit, Ordnungsmäßigkeit, Zuverlässigkeit, Reife, Benutzbarkeit, Verständlichkeit, Erlernbarkeit, Attraktivität, Zeitverhalten, Verbrauchsverhalten, Änderbarkeit, Analysierbarkeit, Modifizierbarkeit, Stabilität, Testbarkeit, Übertragbarkeit, Anpassbarkeit, Installierbarkeit, Koexistenz und Austauschbarkeit. Konformität, Funktionalität, Angemessenheit und Richtigkeit sind noch eher selbstverständlich.

Daher ist das Bedürfnis nach einer Softwarelösung meist die aktuell gefährlichste Idee eines Kunden und gerade seine besten Absichten oft die Quelle antizipierbaren Scheiterns (natürlich ist mir klar, dass "Schlimmes-Verhindern-zu-Wollen" selbst die beste Absicht ist, was sie, wie ich denke, entschärft).